Ihr habt ein Haus verloren…

…sangen heute am 8. Juli 180 Demonstrant_Innen die sich ab 18:30 Uhr am Königswall in Höhe des Dortmunder Hauptbahnhofs versammelten.
Grund für ihr Erscheinen war eine Kundgebung der Dortmunder Nazis, die gegen „Steuergeldverschwendung, Parteienfilz und Vetternwirtschaft“ demonstrieren wollten.

Die Verschuldung der Stadt Dortmund war Anlass dafür, dass sich die Nazis über die Ausgaben im Kampf gegen Rechts beklagten.
Neben ihrer Ablehnung der Ausgaben für Integrationsprogramme für Migrant_innen,
bejammerten die Rechten den Kauf eines Hauses in der Rheinischenstraße 135, in dem sich nicht nur der Rechtsradikale Szenetreff (der geschlossene „Buy or die-Laden“) befindet, sondern welches auch vielen stadtbekannten Nazis Obdach bietet.
Wir hoffen natürlich, dass diese in naher Zukunft auf die Straße gesetzt werden.

Etwa 50 Neonazis folgten artig dem Aufruf der Dortmunder Kameradschaft und sahen sich schnell einer Übermacht von Demonstranten gegenüber. Diese stammten aus verschiedenen Antifagruppierungen, sowie bürgerlichen Organisationen und vielen Antirassist_innen.
Diese veranstalteten eine derartige Lautstärkekulisse, dass sich kein Polizeibeamter ohne Ohrenschutz an die Nazigegner heran traute.
Die Masse an Trillerpfeifen, Vuvuzelaz, Trommeln und Parolen übertönte jeden Ton aus dem Lautsprecherwagen der Faschisten, was ihrer Veranstaltung einen noch lächerlicheren Charakter verlieh.

Leider kam es erneut zu einem Szenekonflikt zwischen den Gegendemonstranten, da zwei gehisste Israelfahnen wie zu erwarten nicht nur den Nazis missfielen.
Die Tatsache, dass die Fahnen hauptsächlich im Blickfeld der Gegendemonstranten gehisst wurden, lässt darauf schließen, dass sie lediglich aufgrund der Anwesenheit der Roten Antifa NRW zum Einsatz kamen.
Diese spaltende Aktion schwächte den Gegenprotest extrem und es kam zu einem Angriff auf die Fahnen, den wir trotzdem sehr bedauern.
Im Laufe des Konflikt kam es zu einer extrem antisemitischen Aussage, die für viel Erregung sorgte und die wir aufs tiefste verurteilen.
Wir bedauern, dass derartige Konflikte wiederholt zu den ungünstigsten Zeitpunkten provoziert wurden.

Nichts desto trotz kann der Tag als Erfolg gewertet werden, da die Nazikundgebung erheblich gestört wurde. Es war ihnen nicht möglich Passanten mit ihrer Menschenfeindlichen Hetze zu erreichen.
Nach zwei Stunden des Schwitzens und Herumstehens mussten die Nazis von der Polizei in den Hauptbahnhof eskortiert werden. Dann ging es Heim nach Dorstfeld, wo zwangsweise eine weitere Kundgebung stattfinden sollte.
Wir hoffen, dass die Proteste gegen die Mobilisierungsaktionen für den ‚Antikriegstag‘ ebenfalls so erfolgreich verlaufen.

Fotos:


Transparent der Antifaschistischen Jugend Dortmund


Vorne: Ein Teil der Gegendemonstranten
Hinten: Die Nazikundgebung


Dortmunder Nazis oberhalb der Katharinentreppen