Infos zum „Antikriegstag“

Zum 4.9.2010 mobilisieren die Nazis zu ihrem 6. so genannten „Antikriegstag“ nach Dortmund.
Dies ist ein kleiner Überblick über die Nazidemo und die Gegenproteste.

Der 4 September ist der Samstag, der am nächsten zum 1.September, dem Jahrestag des Angriffs Deutschlands auf Polen und damit dem Beginn des 2. Weltkriegs, liegt.
Sie stellen sich gegen solche Kriege, die nicht von Deutschland geführt werden und versuchen die Verbrechen des 3. Reichs zu relativieren.

Die Nazis mobilisieren schon weit im Vorfeld Bundesweit für diese Veranstaltung.
In Dortmund haben sie frühzeitig begonnen, Flyer zu verteilen, Plakate zu verkleben, Mobi-Texte an Schulen zu sprühen und sich bei jeder noch so unpassenden Gelegenheit in die Öffentlichkeit zu rücken.
Diese Aktionen werden ihren Höhepunkt vermutlich in den letzten 5 Tagen vor dem 4.9 finden.
Im letzten Jahr nannten sie diese Tage die „Antikriegstag-Aktionswoche“ und es war zu beobachten, dass bereits viele Nazis aus umliegenden Städten nach Dortmund gekommen waren und die Tage vorm „Antikriegstag“ bei den Dortmunder Kameraden Obdach fanden.
Es ist damit zu rechnen, dass die Nazis am 30.8, 31.8, 1.9, 2.9 vermehrt an Schulen Flyer verteilen, und Kundgebungen in der Innenstadt abhalten werden.
Diese Aktionen dienen hauptsächlich der bundesweiten Propaganda.
Am Freitag dem 3.9 kündigen die Nazis ein Rechtsrockkonzert überhalb der Dortmunder Freitreppen an.
Das Konzert, zu dem bereits 2 Bands zugesagt haben, soll ebenfalls als Kundgebung und Auftaktveranstaltung für die Demonstration am Samstag dienen.

Am Samstag dem 4.9 ist es dann so weit.
Die Nazis wollen durch Dortmund marschieren. Da es im Vergleich zum letzten Jahr kein Verbotsverfahren gegeben hat, ist damit zu rechnen, dass sich die Zahlen der Nazis dieses Jahr über den 700 von 2009 bewegen werden.
In den vergangenen Jahren starteten die Nazis ihre Demonstration (oder hatten es vor) vom Dortmunder Stadthaus. Das Stadthaus wurde aufgrund seiner Nähe zum stillgelegten Südbahnhof gewählt, dem Ort von dem im 3. Reich die Dortmunder Juden deportiert wurden.

Dieses Jahr wird die Demonstration am Nordausgang des Dortmunder Hauptbahnhofs beginnen.
Die Route wird höchstwahrscheinlich durch die Dortmunder Nordstadt verlaufen.
In diesem Stadtteil wohnen sehr viele Migrant_innen und Linke.
Die Tatsache, dass die Thomas Schulz Gedenkdemonstration 2010 durch die Nordstadt lief und dass die Nazis in vergangen Wochen die Nordstadt oft in ihren Berichten thematisierten deuten ebenfalls darauf hin.

Angeblich planen die Nazis am 5.9 ebenfalls noch eine Aktion durchzuführen.

Derzeit rufen 2 Antifaschistische Bündnisse dazu auf, den Naziaufmarsch zu verhindern.
Das Bündnis Dortmund stellt sich quer (Kurz BDSSQ) und das S4-Bündnis.

Das BDSSQ plant die Route der Nazis mit Sitzblockaden dicht zu machen und so ihr Vorrankommen ähnlich wie in Dresden zu verhindern. Außerdem hat das BDSSQ eine Demonstration angemeldet, die als Anlaufpunkt dient und auf der südlichen Seite des Hauptbahnhofs startet.
Das S4 Bündnis hat ebenfalls eine Demonstration angemeldet. Außerdem kündigen sie an eine gute Infrastruktur einzurichten, für alle die den Naziaufmarsch selbstständig kreativ stören wollen.
Dazu kommen zahlreiche bürgerliche Veranstaltungen, die Flächendeckend in Dortmund verteilt sind und den Nazis den Raum nehmen sollen.
Die Polizei, die bereits 2009 mit über 3000 Einsatzkräften in Dortmund war, kündigt an hart durchzugreifen und den Naziaufmarsch durchzusetzen.
Wir wünschen allen Menschen die 4.9 den Naziaufmarsch verhindern wollen gutes Gelingen.