Protest gegen Naziaktionen

In den letzten Tagen fanden regelmäßig Kundgebungen, Informationsstände und Flugblattaktionen der Dortmunder Neonazis statt.
Wie im letzten Jahr, versuchen sich die Nazis in der zeitlichen Nähe zu ihrem 6. „Nationalen Antikriegstag“ krampfhaft ins Gespräch zu bringen.
Angefangen mit einer Flugblattaktion in Dortmund Huckarde, die leider ohne Störungen von statten ging, verliefen die nächsten Aktionen nicht so erfolgreich.

Montag, 23 August:
Im Nachmittagsbereich versuchten etwa 25 Nazis sich mit einem Informationsstand vorm Dortmunder Hauptbahnhof von ihrer besten Seite zu zeigen.
Dies lief nur solange gut, bis ein einzelner Antifaschist sich mit einer Fahne vor die Nazis stellte.
20 der 25 Nazis stürmten auf die Person zu, versuchten ihr die Fahne abzunehmen und griffen die Person auch körperlich an. Die Polizei verhinderte schlimmeres.
Viele Passanten beobachteten diese Aktion. Einige sprachen lautstark ihre Empörung aus.
Im Anschluss trafen mehrere junge Antifaschist_innen ein und die Antifaschistische Jugend Dortmund meldete spontan eine Gegenkundgebung an.
Diese befand sich in Sichtweite zu den Nazis und im Laufe des Nachmittags konnten viele rechte Flyer eingesammelt, sowie Flyer die zu den Gegenprotesten am Antikriegstag aufrufen verteilt werden.

Dienstag, 24 August:
20 Dortmunder Nazis versammeln sich zum Flugblattverteilen in der Dortmunder Innenstadt. kurze Zeit später tauchten 20 Antifaschist_innen auf und positionierten sich mit einem Transparent direkt vor den Nazis. Aus dieser Position konnte erstaunliches beobachtet werden:
2 Jugendliche, die zufällig auf die Veranstaltung der Nazis trafen, verwickelten diese in ein Gespräch. Im Laufe der Diskussion wurde einem der 2 Jugendlichen mehrfach ins Gesicht gespuckt. Daraufhin solidarisierten die beiden sich mit der Gegenkundgebung der Antifaschisten.
Die Polizei weigerte sich eine Anzeige aufzunehmen.
Kurze Zeit später, zeigte sich eine Passantin sichtlich überrascht, als sie über die Identität der Nazis aufgeklärt wurde. Laut ihrer Aussage hatten sich die Faschisten als Antifaschisten ausgegeben, um ihr Infomaterial an den Mensch zu bringen.
Die Gegenwart der Protestierenden war für die Neonazis so interessant, dass die meisten das Flugblattverteilen einstellten.

Mittwoch, 25 August:
Gegen 15 Uhr versammeln sich 30 Nazis am Marktplatz in Aplerbeck, um eine Kundgebung durchzuführen.
Die Redebeiträge halten über den leeren Platz und eine einsame Kaiserreichsfahne wehte im Wind. Die Neonazis wirkten scheinbar erfreut, als sich eine Gruppe von 25 Antifaschist_innen mit Fahnen und Transparenten den Faschisten entgegenstellte.
Sie entfernten sich von ihrer Kundgebung um Fotos zu schießen und böse zu gucken, was bei der Gegenveranstaltung für allgemeine Belustigung sorgte.
Als sie dann endlich von dannen zogen, entfernten die Antifaschist_innen die Plakate und Sticker, die von den Nazis verklebt worden waren.

Auch in den folgenden Tagen wird es wieder regelmäßig solche Aktionen geben. Wir werden es uns nicht nehmen, diese erneut zu stören wo es nur geht. Doch hoffen wir im Angesicht der 42 Gegenveranstaltungen zum „Antikriegstag“ auf ein bisschen mehr Unterstützung von anderen Dortmunder Kräften.

Fotos: