Keine Rückzugsräume für rechte Mörder!

Am 28.03.2005 erstach der damals 17-jährige Nazi-Skin Sven Kahlin in
einer belebten Dortmunder U-Bahnstation den 32-jährigen Punk Thomas
“Schmuddel” Schulz, weil dieser Kahlins rechte Parolen nicht
unkommentiert stehen lassen wollte. Der Täter wurde daraufhin wegen
Totschlags zu einer Haftstrafe von sieben Jahren verurteilt. Demnach
sollte seine Haft bis März 2012 andauern. Wie nun bekannt wurde, ist der
rechte Mörder Kahlin am Donnerstag aus der Justizvollzugsanstalt Werl
entlassen worden. Antifaschist_innen rufen deshalb zu einer Demo auf,
die an dem “Nationalen Zentrum”, einem von Neonazis in
Dorstfeld angemieteten Lagerraum, vorbeiziehen soll. Dort findet jeden
Mittwoch das “Kameradschaftstreffen” statt, an dem nun aller Voraussicht
nach auch der rechte Mörder Kahlin teilnehmen wird. Dortmunder
Antifaschist_innen wollen ihn gebührend empfangen und ihm verdeutlichen,
dass seine Tat nicht vergessen ist und er von nun an verstärkt im Visier
antifaschistischer Intervention stehen wird.

Kommt zur antifaschistischen Demo:
29.09.2010 (Mi.) | 18.00 Uhr | Kampstraße Ecke Katharinenstraße

In Gedenken an Thomas Schulz:
Kein Vergessen den Opfern neonazistischer Gewalt!
Keine Rückzugsräume für rechte Mörder!

Der Nazi-Mord. Wir erinnern uns:
Am frühen Abend des Ostermontags 2005 traf der damals 17-jährige
Neonazi-Skin Sven Kahlin mit seiner Freundin an der U-Bahn-Station
Kampstraße in der Dortmunder City auf eine Gruppe Punks. Einer von
ihnen, „Schmuddel“, wollte die rechten Sprüche Kahlins nicht
unkommentiert lassen und folgte den beiden alleine in die
U-Bahn-Station. Es kam zum Streit. Der Neonazi zog plötzlich ein Messer
und stach fünfmal auf sein Opfer ein. Ein Stich traf „Schmuddel“ ins
Herz. Der Mörder flüchtete, konnte aber kurz darauf verhaftet werden.
Schmuddel“ verstarb auf dem Weg ins Krankenhaus. Am darauf
folgenden Samstag demonstrierten 4000 Antifaschst_innen aus Wut und
Trauer über die Tat und in dem Wissen, dass nur eine entschlossene
antifaschistische Gegenwehr der Bedrohung durch die Neonazis Einhalt
gebieten kann. Seitdem gedenken jedes Jahr mehrere Hundert
Antifaschist_innen Thomas und allen anderen Opfern rechter Gewalt.

Kahlin “ungebrochen” oder: die ideologische
Kontinuität

Es besteht kein Zweifel daran, dass Sven Kahlin nach wie vor seiner
nationalsozialistischen Gesinnung treu geblieben ist. So pflegt er auch
weiterhin freundschaftlichen und vor allem politischen Kontakt zu seinen
“Kameraden”. Ende Juni 2007 zogen rund 100 Neonazis unter dem Motto
Gesinnungsparagraphen abschaffen! – Freiheit für alle nationalen
politischen Gefangenen!
” an der Herforder Jugendvollzugsanstalt
vorbei. Hier saßen zu diesem Zeitpunkt neben dem Dortmunder Nazi
Christoph Drewer auch Sven Kahlin ein. Vor Ort wurde ein Grußwort von
Kahlin verlesen in dem es heißt: „Kameradinnen und Kameraden, die
heute hier erschienen sind um zu zeigen, dass es immer noch Menschen
gibt die stolz auf ihre Herkunft sind und dies mit Leib und Seele
vertreten, auch wenn wir dafür tagtäglich gejagt, inhaftiert und durch
den Dreck gezogen werden.
“ Er schloss seine Rede mit
aufrechten und kameradschaftlichem Gruß aus der JVA Herford”.
Kahlin wurde dann zuletzt in die JVA Werl verlegt. Dort wurde er auch
weiterhin von der “Hilfsorganisation für nationale politische
Gefangene und deren Angehörige
” (HNG) betreut. In einem
Selbstportrait beim extrem rechten “JVA-Report” gab Kahlin dann
an, dass er “auch an weitere[n] Kontakte[n] zu aufrechten
Kameradinnen und Kameraden interessiert
” sei und dass man ihn
“nicht umerziehen” könne. Noch 2009 ließ er über seine Freunde aus dem
rechten Spektrum bei einer Neonazi-Kundgebung verlautbaren, dass man die
nationale Bewegung nicht stoppen” könne und konstatierte
selbstbewusst aus der Gefängniszelle: “Fakt ist: Dortmund ist und
bleibt unsere Stadt!
”. Innerhalb der Dortmunder Neonaziszene wurde
die Nachricht von seiner vorzeitigen Entlassung natürlich positiv
rezipiert. Es ist daher davon auszugehen, dass Kahlin bei ihrer nächsten
Zusammenkunft anwesend sein wird.

Kein Vergeben – Kein Vergessen!
Als anlässlich der Urteilsverkündung vom 17. November 2005 rund 80
autonome Antifaschist_innen und Freund_innen von Thomas auf die Straße
gingen, machten sie deutlich: “Wir fordern keine härteren Strafen
für Neonazis, sondern protestieren gegen die Entpolitisierung der Tat
und fordern eine öffentliche Auseinandersetzung. Es kann nicht sein,
dass die tatsächlichen und potentiell Betroffenen neonazistischer Gewalt
mit diesem Problem alleine gelassen werden.
” Um ihrer Wut und
Trauer Ausdruck zu verleihen zogen die Antifas in einer spontanen und
lautstarken Demonstration durch die Dortmunder Innenstadt. Wenn der
heute 22-jährige Sven Kahlin nach rund 5 1/2 Jahren vorzeitig entlassen
wird, nehmen wir dies zum Anlass, die Öffentlichkeit erneut auf diesen
Nazi-Mord hinzuweisen. Trotz der Haftstrafe werden wir Kahlin – wie auch
alle anderen Dortmunder Neonazis – im Auge behalten und ihre Taten nicht
in Vergessenheit geraten lassen.

Kommt zur antifaschistischen Demo:
29.09.2010 (Mi.) | 18.00 Uhr | Kampstraße Ecke Katharinenstraße


In Gedenken an Thomas Schulz:
Kein Vergessen den Opfern neonazistischer Gewalt!
Keine Rückzugsräume für rechte Mörder!

Orga: title="">Flugblatt zur Demo | Ticker: WEB: http://identi.ca/s4ticker / WAP:
http://ticker.nadir.org | EA: Nummer gibt’s erst auf der Demo

In eigener Sache:

  • Die antifaschistische Demonstration wird uns vorbei am Nazi-Zentrum
    an der Rheinischen Straße zunächst Richtung Dorstfeld führen. Später
    führt die Demonstration zurück in die Innenstadt. Auf geeigneten Schutz
    vor „Anti-Antifa-Fotograf_innen“ ist nicht zuletzt auch wegen dem
    Outing-Kalender der Dortmunder Neonazis (selbst) zu achten.
  • Aus diesem Grund weisen wir an dieser Stelle nochmals
    ausdrücklich darauf hin, dass nur ausgewiesene oder uns bekannte
    Journalist_innen mit Pressebinden Film- und Fotoaufnahmen unserer
    Demonstration machen werden. Die Pressebinden gibt es nach einer kurzen
    Akkreditierung vor der Demo am Lautsprecherwagen. Alle anderen
    DemonstrationsteilnehmerInnen bitten wir das Fotografieren zu
    unterlassen. Wir möchten es damit zum einen Neonazis erschweren,
    Aufnahmen von den DemonstrantInnen anzufertigen und zum anderen
    verhindern, dass unvorsichtigerweise hinterher unverpixelte Bilder im
    Netz landen.
  • Wir sammeln uns ab 18 Uhr oberhalb der Katharinentreppe an der
    Katharinenstraße Ecke Kampstraße und wollen dann pünktlich um 18.30 Uhr
    losgehen, um rechtzeitig am Nazi-Zentrum anzukommen. Wir empfehlen
    deshalb die Regionalexpresse RE11 Richtung Düsseldorf und RE1 Richtung
    Hamm, die jeweils um 18.18 Uhr bzw. 18.15 Uhr am Dortmunder Hauptbahnhof
    eintreffen. Von da aus schafft ihr es dann zu Fuß und ohne Verspätung
    bis zur Auftaktkundgebung an der Kampstraße.

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