Stuttgart: brutale Gewalt gegen s21-Gegner

Gestern am 30.09 eskalierte die Gewalt bei dem Polizeieinsatz gegen die über 2000 Gegner des Projektes Stuttgart 21.
Das umstrittene Projekt, welches insgesamt rund 4.1 Milliarden Euro kostet, plant einen Bahnhofsbau, dem etwa 300 Bäume im Stuttgarter Schlosspark weichen sollen.
Ziel der Protestbewegung ist es, das Projekt S21 bis zum Volksentscheid am 27.03.2011 aufzuhalten.
Damit dies nicht geschieht, griffen Projektleitung und Polizei mit aller Härte durch. Die ersten 25 Bäume fielen in der vergangen Nacht.

Gegen 11 Uhr begannen etwa 200 junge Menschen, teilweise erst im Alter von 10 bis 14 Jahren, die Polizeikarawane aus Mannschaftswagen und Wasserwerfern auf dem Weg zum Schlosspark zu blockieren.

Um 13 Uhr beginnt die Polizei damit Wasserwerfer gegen die Sitzblockaden einzusetzen. Dies geschah trotz der Aussage des Polizeipräsidenten Stuttgarts Siegfried Stumpf, der versicherte die Wasserwerfer würden nur zum Selbstschutz eingesetzt werden.
Zusätzlich beginnen die Beamten damit, die Blockierenden aus nächster Nähe mit Reizgas zu besprühen und sie mit Knüppeln zu schlagen.
Auf am Boden sitzende Personen wird eingetreten.
Die Blockaden müssen Stück für Stück weichen, wer nicht zurückgeht, wird brutal angegriffen.
Einige Aktivisten klettern auf Bäume, oder ketten sich an diese.
Die Zahl der Verletzten steigt innerhalb weniger Minuten rapid an.

Die offiziellen Angaben sprechen von 116 Verletzten. Doch man erkannte in den nächsten Tagen, dass um die 700 bis 1000 Menschen verletzt wurden.
Die Menschen kamen mit Knochenbrüchen, Platzwunden und Verletzungen durch Reizgas ins Krankenhaus.
Unter den Verwundeten befanden sich viele minderjährige einer Schülerdemonstration, sowie viele Menschen gehobenen Alters.

Die Ereignisse sorgten bundesweit für große Empörung. Gerade die Tatsache wie leichtfertig die Polizei Menschenleben riskierte, um den Protest niederzuschlagen, zeigt uns deutlich wie reell der Polizeistaat BRD ist.
Doch die Proteste gegen S21 werden weitergehen.

Wir interviewten einen Demonstranten, der an den Protesten teilnahm.

AJD:
Wie würdest du den Polizeieinsatz, bzw. die Übergriffe die stattgefunden haben beschreiben?

Demonstrant:
Absolut brutal und unnötig. Das war eine komplett friedliche Demonstration, allein das so viele Kinder und alte Menschen verletzt im Krankenhaus liegen, zeigt schon dass die Polizei zu hart durchgegriffen hat.
Sie sind gekommen mit ihren Wasserwerfern und haben angefangen sich durch die Menge zuschieben und haben alles was ihnen in den Weg kam weggeräumt, egal ob alt oder jung jeder hat mal den Wasserstrahl, das Reizgas oder ein Knüppel abbekommen.

AJD:
Gab es einen Anlass der die Polizei dazu gebracht hat so rabiat vorzugehen?

Demonstrant:
Soviel ich weiß soll es mit einer Sitzblockade einer Schülerdemonstration im Park angefangen haben. Aber was genau der Ausschlaggebende Grund war – keine Ahnung, jedenfalls nichts was die Aktion der Polizei rechtfertigt.

AJD:
Was denkst du bewirken diese Geschehnisse?
Ändert sich dadurch etwas?

Demonstrant:
Ich hoffe sie öffnen vielen Menschen die Augen, mit was für einer menschenverachtenden Art die Projektleiter von S21 diesen Unsinn durchsetzten wollen.

Eine komplette Chronik der Geschehnisse findet ihr hier:
www.stuttgarter-nachrichten.de

Ein Interview mit dem Chef der Gewerkschaft der Polizei findet ihr hier:
www.derwesten.de

Einen Bericht über die Verletzten findet ihr hier:
www.mz-web.de

Weitere Fotos:


3 Antworten auf „Stuttgart: brutale Gewalt gegen s21-Gegner“


  1. 1 Marxisto 03. Oktober 2010 um 5:44 Uhr

    Die Angabe von 116 verletzten Demonstranten stimmt nicht es waren Laut der Veranstallter 700-800 Verletzte.
    (Das kann man aber auch auf allen möglichen Seiten lesen.Es wäre wichtig das ihr das korigiert weil das ganze sonst enorm herunter
    gesetzt wird)

  2. 2 OBi 03. Oktober 2010 um 18:51 Uhr

    Ich habe am Abend der Ausschreitungen von einer Hebamme gehört das komplett alle Krankenhäuser in Stuttgart und Umgebung überfüllt waren. Es waren also schon sehr, sehr viele Verletzte.

  3. 3 Andi 04. Oktober 2010 um 22:39 Uhr

    Vielleicht merken se‘ ja jetzt was Kapitalinteressen heisst…
    Man do‘…
    Die Gewalt auf die Polizei zurückzuführen ist ziemlich verkürzt, da mehrere Gewalten entscheiden, die Praxis ist die letzte Gewalt…
    Aber sollen se‘ mal über Bullen meckern und das Grundgesetz schützen…

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