Whats up in Wickede?

BildDortmund hat ein Naziproblem. Schön und gut das hört Mensch sicher nicht zum ersten Mal.
Doch als sich vor ein paar Monaten eine weitere rechtsradikale Gruppe in Dortmund Wickede gründete, scheint das Problem weniger auf Seiten emanzipatorischer Organisationen zu liegen.

Das „Nationalbündnis Wickede“ welches nach eigenen Angaben 150 Anhänger_Innen besitzt brüstet sich seit geraumer Zeit mit sogenannten: „Schnippselnwurfaktionen“ im Internet.
Dass Handlungsbedarf in Dortmund-Wickede bestehe, erklärte die Gruppe wie folgt.
Zitat:

„Wickede stellt fest, dass sich die Politiker […] einfach inhaltlos und ohne jedem sozialen Brennpunkt unseres Viertels kümmert.“

Der Speicherplatz ihrer Internetpräsens, wurde ihnen kameradschaftlich von Dennis G., dem Kopf der Dortmunder Naziszene, zur Verfügung gestellt, dessen Organisation ein Vorbild darstelle.
Zitat:

„Dorstfeld ist unser soziales Vorbild, im Umgang mit den Problem die Dortmunds Politiker […] betreiben.“

Durch die angeblich regelmäßigen Aktionen der Jungnazis alarmierte Antifaschist_Innen, mussten Gestern am 28.5 feststellen, dass das Wickeder Stadtbild in keinster Weise durch das „Nationalbündnis“ geprägt ist.
Von rechter Propaganda fehlt jede Spur.
Das Verkleben von 1000 Antifastickern und anderen „aussagekräftigen Aktionen“ im Stadtteil machten deutlich, dass das Getue der Vorortrassist_Innen Konsequenzen nach sich zieht.
Solche Aktionen wurden von den Jungnazis bereits früher messerscharf analysiert:
Zitat:

„Mit dieser Strategie versucht die Antifa Dortmund von ihrer eigenen Verbrechen abzulenken […] Beispiel kann man viele nennen.
Eins davon ist jüngst in Erscheinung getreten.

Wir berichten die Wahrheit über […] das denken Antifaschistischer Extremistengedankengut.“

Nach anfänglichen Vernetzungsversuchen verloren die Dorstfelder Nazis schnell die Geduld mit den Neulingen.
Denn die Wickeder Gruppe versucht in ihren Berichten Geschlechter zu gendern, distanziert sich vom Begriff „Nazi“ und benutzt derlei kreative Grammatikkonstruktionen, dass der gemeinte Inhalt oft nur schwer zu erraten ist.
Also nahm Dennis G., Verwalter des Blog-Hoster logr.org, die Seite Gestern kurzerhand vom Netz.
„Die Inhalte der Seite verstößen gegen die Richtlinien von logr.org, seien illegal und wurden gesperrt“ heißt es da.
Glücklicherweise sind die amüsantesten Aussagen der Gruppe zuvor protokolliert worden.

Von dem „Nationalbündnis Wickede“ wird Mensch so schnell wohl nix mehr hören.
Was übrig bleibt ist ein interessanter Einblick in die Köpfe rechtsradikaler Jugendlicher, sowie ein Einblick in die hierarchischen Verhältnisse, und den kompromisslosen Umgang innerhalb der Naziszene Dortmunds.