Für Carlo: Fight the Police!

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Am 20. Juli 2001 starb Carlo Guiliani durch die Schüsse eines Polizisten. Carlo war an diesem Tag einer von Hunderttausenden Menschen, die die aktuelle Entwicklung der Gesellschaft kritisierten und sich den Beziehungen von Macht, Ausbeutung und Repression widersetzten.

Der G8-Gipfel in Genua ist besonders in Erinnerung geblieben, da hunderte Menschen brutal verprügelt worden sind und dies durch die Berlusconi-Regierung legitimiert und gutgeheißen wurde.
Auf die Ermordung unseres Genossen Carlo stoßen Politiker_Innen und Einsatzkräfte mit Sekt an und sangen faschistische Lieder.
Ein blutiges Massaker an schlafenden Protestlern in einer Schule und die stundenlange Folter von dutzenden abtransportierten Verletzten in einer Kaserne werden immer unvergessen sein.

Zehn Jahre ist es nun her und auch Carlo wurde nicht vergessen.
Zahlreiche dezentrale Aktionen in ganz Europa, sollen sein Andenken hochhalten.

Auch in Dortmund wurde gestern zu seinem Gedenken unangekündigt demonstriert.
Um kurz nach 19 Uhr versammelten sich knapp 100 Menschen am Westpark um an Carlo zu Erinnern und Polizeigewalt zu bekämpfen.

Die wütenden Demonstrant_Innen zogen mit Pyrotechnik und lautstarken Parolen über die Möllerbrücke, zogen die Lindemannstraße herunter und bogen in den Neuen Graben ein. Unterwegs wurden Passant_Innen mit Flugblättern aufgehalten.
Die Demo war etwa 600 Meter gelaufen, als nach kurzer Zeit ein Großaufgebot der Polizei eintraf.
Diese war desorientiert zuerst nach Dorstfeld gefahren, da sie ursprünglich von einer Nazidemo erfuhr.
Doch die Pressemeldung, nach der linke Demonstrant_Innen auf Neonazis stoßen erwies sich als falsch.

Als die Polizei die Demo ausfindig machen konnte, stürmten die Einsatzkräfte von hinten zu Fuß in die Demo.
Als Unbekannte Farbbomben auf Polizeifahrzeuge warfen, schlugen die Polizist_Innen auf Protestant_Innen ein und nahm diese wahllos und mit äußerster Brutalität fest.
Insgesamt wurden 12 Menschen festgenommen.
Den teilweise durch Schläge mit Faust und Schlagstöcken sowie Stürze verletzten Festgenommen, wurde das Recht auf ärztliche Behandlung sowohl vor Ort als auch in Gewahrsam verweigert.
Auch das Recht auf einen Telefonanruf in der Wache wurde ihnen verweigert.
Die letzten Demonstrant_Innen wurden erst in den frühen Morgenstunden entlassen.

Wir empfehlen den Betroffenen sich bei den lokalen Antifagruppen oder bei der Ortgruppe der Roten Hilfe zu melden, da sie mit einer strafrechtliche Verfolgung zu rechnen haben.
Doch trotzdem gilt: No justice! No peace!
Brutale Polizeiübergriffe und Morde dürfen nicht vergessen werden und der Widerstand muss im Gedenken unserer Ermordeten Genoss_Innen auch weiterhin auf die Straße getragen werden.