Nicht mit uns!

Rechtsradikale Anschläge in Deutschland nehmen nach Norwegen zu.

Vor wenigen Tagen am 22. Juli tötete ein 32-Jähriger Rechtsradikaler in Norwegen sieben Menschen mit einer Bombe im Regierungsviertel Oslos und kurze Zeit später 85 Jugendliche auf einem Camp einer sozialdemokratischen Partei.
Die Tat war eindeutig faschistisch und christlich-fundamentalistisch motiviert und zog die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit auf sich. Doch der Massenmord in Norwegen stieß nicht nur auf Empörung und Trauer, sondern auch auf Sympathien.

So kam es in Deutschland in den folgenden Tagen vermehrt zu rechtsradikalen Übergriffen und Anschlägen.
In der Nacht auf den 25.07. verübten Unbekannte einen Brandanschlag auf ein Wohnhaus in Leverkusen-Wiesdorf. Sie warfen mehrere Molotowcocktails (selbstgebaute Brantsätze) durch die unteren Fenster des Hauses und verursachten einen Großbrannt. Augenzeug_Innen berichteten von zwei glatzköpfigen Männern mit dunkler Kleidung. In dem Haus wohnen überwiegend Sinti und Roma. Zum Glück wurde Niemand schwer verletzt Nach dem antiziganistischen Anschlag forderte der Zentralrat deutscher Sinti und Roma, dass die Tat umfassend aufgeklärt werden muss. Bis heute sind Sinti und Roma durch rechtsradikale Übergriffe, sowie durch Hetze durch Politiker_Innen bedroht. Nicht zuletzt in der Dortmunder Nordstadt.

In Radevormwald, 30 Kilometer von Dortmund entfernt, kam es ebenfalls zu einem Anschlag. Nur einen Tag nach den Anschlägen in Norwegen warfen Unbekannte in der Nacht vom 23. auf den 24. die Scheiben der lokalen Moschee ein. Die Tatsache, dass der Täter von Norwegen nach eigenen Angaben gegen die „Islamisierung“ Deutschlands kämpfe, lässt ebenfalls auf eine durch ihn inspirierte Tat schließen.
Auch in Dortmund äußersten sich Neonazis inoffiziell zu dem Attentat in Norwegen. So sprachen sie in Foren von „Gerechtigkeit“ und dankten dem Mörder. Anschläge und Übergriffe stehen im Vorfeld des „nationalen Antkriegstages“ auch ohne Bezug zu Norwegen weiterhin an der Tagesordnung.
Am 20. und 21. Juli kam es zu Angriffen auf die Parteibüros der Linkspartei und der DKP durch Steinwürfe und Farbbeutel. Die Täter_Innen malten dazu Hakenkreuze an die Hausfassaden.

Wir sagen: Nicht mit uns!

Aufgrund der aktuellen Entwicklung neonazistischer Gewalt stellen wir uns noch konsequenter den Nazis in den Weg und machen ihnen das Leben so schwer wie möglich. Wir lassen uns nicht einschüchtern und setzen alles daran, den „nationalen Antkriegstag“ zum Desaster zu machen. Doch die Verantwortlichen sind nicht nur die Nazis, sondern auch die Politiker_Innen, die mit ihrer antimuslimischen und antiziganistischen Stimmungsmache derlei Anschläge bewusst provozieren. Deshalb bedeutet Kampf dem Rassismus auch Kampf dem Staat.