Archiv für Januar 2012

Paradigmenwechsel bei „Schmuddel“-Demo am 31.03. in Dortmund

Am 28. März 2005 wurde der Punk Thomas „Schmuddel“ Schulz von dem damals 17-jährigen Neonazi Sven Kahlin ermordet, weil Thomas die rechten Sprüche des Naziskins nicht unkommentiert stehen lassen wollte. Kurz darauf demonstrierten mehr als 4.000 Antifaschist_innen in Dortmund gegen Neonazis. Dazu hatte ein breites Bündnis antifaschistischer Gruppen aufgerufen. Seither organisieren Dortmunder Antifaschist_innen jedes Jahr eine Demonstration in Gedenken an Thomas Schulz, an der regelmäßig mehrere Hundert Personen teilnehmen. Der alljährliche Aufzug zum Monatswechsel vom März zum April ist weitläufig auch als „Thomas-Schulz-Gedenkdemo“ oder kurz „Schmuddel“-Demo bekannt.

Im Zuge der Nachbereitung der jährlichen Demonstrationen und der Reflexion unserer Erinnerungspolitik, wurde zunehmend eine Diskrepanz zwischen unseren Ansprüchen und Zielvorstellungen auf der einen Seite und der praktischen Entwicklung und öffentlichen Wahrnehmung der Demo, auf der anderen Seite wahrnehmbar. Wir wollen deshalb im Folgenden begründen, weshalb wir die kommende Demo im März 2012 nicht mehr als „Thomas-Schulz-Gedenkdemo“ verstanden wissen wollen.

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No fairplay for fascists!

Die Stadt Dortmund auf Tuchfühlung mit Neonazis

Das Naziproblem in Dortmund wurde Jahre lang von der Stadt geleugnet, rechten Demonstrationen wurde regelmäßig der Weg geebnet und der rechte Versandhandel „Resistore“ des Dennis G. wurde sogar von der Stadt subventioniert.
Rechte Übergriffe werden immer wieder von der Justiz ignoriert oder trotz Beweisen nicht aufgeklärt.
Die Konsequenz: Die Nazis erklärten Dortmund zu „Ihrer Stadt“ und den Stadtteil Dorstfeld zur „National befreiten Zone“.
Sie schüchtern politische Gegner_innen ein, attackieren alle Menschen die nicht in ihr Weltbild passen und legen einen angsteinflößenden Aktionismus an den Tag.
Die traurige Bilanz des rechten Terrors sind neben hunderten Opfern von Übergriffen und Einschüchterungsversuchen fünf Todesopfer.
Durch die Skandalisierung des Themas durch lokale Antifaschist_innen sowie zahlreicher Opfer ist Dortmund bundesweit in den Nachrichten und die Stadt gerät unter Zugzwang.
Doch der eher symbolische Protestcharakter der Politik ist nicht sehr erfolgreich und besteht größten Teils aus Selbstinszenierung und Phrasengedresche.

Da kann man doch drüber Reden…

Der nächste „offensive“ Streich gegen rechts ist ein Projekt der multilateral academy welches die Stadt mit 300.000 Euro unterstützt.

Es ist wirklich kaum zu glauben welch realitätsfernes und weltfremdes Bild die Stadt Dortmund von Neonazis noch heute hat, denn das Konzept des Projekts heißt Diskussion und gemeinsame Arbeit mit „rechtsextrem orientierten Jugendlichen“. (mehr…)

Demonstration – Wir können auch anders!

Wir können auch anders – Widerstand gegen Cops, Staat und Repression

Immer da wo Menschen sich den Verhältnissen von Herrschaft und Ausbeutung widersetzen, steht ihnen ein riesiges Aufgebot der Polizei gegenüber, das mit Schlagstöcken, Reizgasen, Hundestaffeln und auch Schusswaffen auftritt.
Am internationalen Tag gegen Polizeibrutalität werden aus diesem Grund tausende Menschen auf die Straßen gehen.

Auch in Dortmund besteht Anlass dazu.
Der Polizeieinsatz am 3. September 2011 zeigte einmal mehr mit welcher Brutalität Nazigegner_innen attackiert werden.
Der flächendeckende Einsatz von chemischen Kampfstoffen, die gegen alle Menschen eingesetzt wurden, die die Nazidemo behindern wollten, verletzte hunderte Menschen und kontaminierte ganze Straßenzüge.

Wie gefährlich Pfefferspray ist, zeigt der Tod eines 32-Jährigen Dortmunders, der am 23. Juni 2010 nach dem Einsatz des Reizgases durch die Polizei getötet wurde.

Ein weiteres Todesopfer aus Dortmund ist der 23-Jährige Dominique Kouamadio, der am 14. April 2006 im Stadtteil Eving von der Polizei erschossen wurde. Auf der ganzen Welt gehen staatliche Organe brutal gegen fortschrittliche und emanzipatorische Kräfte vor.

Doch Repression tritt nicht nur in Form von körperlicher Gewalt auf.
Neben dieser ausführenden Gewalt gibt es auch eine gesetzgebende und eine richtende Gewalt, die ebenfalls dazu dienen die staatliche Macht aufrecht zu halten.
Wir müssen leider feststellen, dass unser gesamtes Leben durch Gewalt bestimmt wird.
In jeder Phase unseres Lebens gibt es Menschen die die Macht dazu haben ihren Willen gegen unseren per Gewalt durchzusetzen.
Aus Angst vor Bestrafung und weiteren Folgen akzeptieren wir diese Autoritäten.

Erst durch die Akzeptanz der staatlichen Gewalt wird dieser ihre Legitimität verliehen.
Deshalb sehen wir in der Ablehnung der staatlichen Gewalt einen ersten Schritt hin zu einer befreiten Gesellschaft.
Gewalt und Unterdrückung dürfen nicht akzeptiert werden.
Wir fordern ein schönes Leben für alle Menschen.
Für ein solches Leben in Abwesenheit von Herrschaft und struktureller Gewalt brauchen wir keine Regierungen, keine Monarchen und keine Religionen.
Wir brauchen lediglich unsere Mitmenschen.
Wir wollen daran arbeiten die Ablehnung von Herrschaft und Repression zu verstärken, die Diskussion in die Gesellschaft und den Protest auf die Straßen zu tragen.

Auf die Straße? Na, aber sicher!
Es ist an uns der Welt zu zeigen, dass es auch anders geht!

| 17.03.2012 | 17:30 Uhr | Dortmund HBF |

Den gesamten Aufruf zur Demo findet ihr hier.

Was geht mich das an?

Am 17. Januar startet die Veranstaltungsreihe “Was geht mich das an?” des Dortmunder Antifa-Bündnisses (DAB) in das Jahr 2012. Thema der kommenden Veranstaltung lautet: “Kein 10. Opfer!”? – Nationalsozialistischer Untergrund, Rechtsterror und die Rolle des Staates. Die ReferentInnen sind MitarbeiterInnen des Antifaschistischen Pressearchivs und Bildungszentrums Berlin (apabiz) und haben diesen Vortrag in Kooperation mit anderen antifaschistischen Projekten erarbeitet. Kooperationspartner für diese Veranstaltung ist das Forum gegen Rassismus Campus Dortmund. Veranstaltungsort ist das Dietrich-Keuning-Haus (in der Nähe vom HBF-Nordausgang). Die genaue Uhrzeit folgt in den nächsten Tagen.

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Blitzkrieg gegen Nazis

BildEine unerwartete Neujahrsüberraschung bereiteten Hacker_innen aus dem Umfeld der Gruppe Anonymous den Nazis aus ganz Deutschland.

Mehrere Hundert Unterstützer_innen, Mitglieder_innen und Spender_innen der NPD fanden ihre Daten zum Start 2012 im Internet wieder.
Die Seite präsentiert das Projekt „Blitzkrieg“ welches sich zur Aufgabe gemacht hat den deutschen Nazis auch im neuen Jahr das Leben schwer zu machen.
Die NPD hat sich zu dem Vorfall bisher nicht geäußert.

Unter den betroffenen Nazis sind auch drei Dortmunder dabei, deren Namen, Adressen und Telefonnummern nun auf der Website nazi-leaks.net zufinden sind.

In diesem Sinne wünschen wir allen Nazigegner_innen ein erfolgreiches und antifaschistisches Jahr und stellen euch den von Anonymous geschaffenen Handlungsraum gerne vor…