No fairplay for fascists!

Die Stadt Dortmund auf Tuchfühlung mit Neonazis

Das Naziproblem in Dortmund wurde Jahre lang von der Stadt geleugnet, rechten Demonstrationen wurde regelmäßig der Weg geebnet und der rechte Versandhandel „Resistore“ des Dennis G. wurde sogar von der Stadt subventioniert.
Rechte Übergriffe werden immer wieder von der Justiz ignoriert oder trotz Beweisen nicht aufgeklärt.
Die Konsequenz: Die Nazis erklärten Dortmund zu „Ihrer Stadt“ und den Stadtteil Dorstfeld zur „National befreiten Zone“.
Sie schüchtern politische Gegner_innen ein, attackieren alle Menschen die nicht in ihr Weltbild passen und legen einen angsteinflößenden Aktionismus an den Tag.
Die traurige Bilanz des rechten Terrors sind neben hunderten Opfern von Übergriffen und Einschüchterungsversuchen fünf Todesopfer.
Durch die Skandalisierung des Themas durch lokale Antifaschist_innen sowie zahlreicher Opfer ist Dortmund bundesweit in den Nachrichten und die Stadt gerät unter Zugzwang.
Doch der eher symbolische Protestcharakter der Politik ist nicht sehr erfolgreich und besteht größten Teils aus Selbstinszenierung und Phrasengedresche.

Da kann man doch drüber Reden…

Der nächste „offensive“ Streich gegen rechts ist ein Projekt der multilateral academy welches die Stadt mit 300.000 Euro unterstützt.

Es ist wirklich kaum zu glauben welch realitätsfernes und weltfremdes Bild die Stadt Dortmund von Neonazis noch heute hat, denn das Konzept des Projekts heißt Diskussion und gemeinsame Arbeit mit „rechtsextrem orientierten Jugendlichen“.

Da alle früheren Versuche die Nazis in ihrem Handlungsfeld einzugrenzen gescheitert seien, wolle man nun auf diese zugehen und mit ihnen über mehrere Monate in Workshops und Diskussionen zusammenarbeiten.
Gegenpol zu den 30 Nazis sollen 30 „demokratisch orientierte Jugendliche“ sein, die diese inhaltlich konfrontieren und herausfordern.
Fairness und gleiche Spielregeln für alle ist das Motto.
So erhofft man sich, die Nazis in ein pädagogisches Projekt einzubinden und diese langfristig auf den Pfad der Demokratie zu bringen.

In der Realität ist das natürlich vollkommen undenkbar.
Es scheint den Macher_innen und Unterstützer_innen des Projekts „Dortmund den Dortmundern – wem gehört die Stadt?“ jegliches Einschätzungsvermögen bezüglich der rechten Szene zu fehlen.
Nazis scheinen in ihren Augen ungeliebte Mitläufer_innen zu sein, die sich mit ein wenig Hilfe und Akzeptanz der demokratischen Mitte schnell ihrer ungefestigten Ideologie entsagen.

Der Dortmunder Alltag beweist das Gegenteil:
Die Strukturen der „Autonomen Nationalisten“ sind so selbstbewusst wie organisiert.
Durch eine straffe hierarchische Führung verschuf sich der Nationale Widerstand in den letzten Jahren eine bundesweite Vorbildrolle unter Nazis und ist durch systematischen und gewalttäigen Terror in Dortmund gegen vermeintliche politische Gegner_innen auf dem besten Weg eine terroristische Vereinigung zu werden.
Inhaltliche Schulungen und Konzerte stärken und festigen die nationalsozialistische Ideologie der Dortmunder Nazis und die Opfer ihrer Übergriffe haben sich längst von Migrant_innen und Antifaschist_innen auf Gewerkschafter_innen und Mitglieder_innen der etablierten Parteien ausgeweitet.

Doch mit eben diesen sollen sich die Nazis nun an einen Tisch setzten und über Gewaltanwendung und Dortmunds Zukunft diskutieren.
Diesem gar lächerlichen Gedanken wird dennoch eine weitere Krone aufgesetzt, denn das Projekt beabsichtigt ebenfalls die Nazikader mit einzubeziehen.
Der Erfolg welcher eintritt, wenn man 30 organisierten Nazis die Möglichkeit gibt ihr menschenverachtendes Weltbild medienwirksam zu präsentieren und parallel ein weiteres städtisches Projekt gegen rechts als Desaster enden zu lassen ist nur allzu erdenkbar.

No fairplay for fascists…

Es kann nicht angehen, dass die Stadt Dortmund bekennenden Neonazis eine Plattform für ihre menschenverachtende Ideologie bietet und ihre Inhalte als diskussionswürdig darstellt.
Es ist offensichtlich mit welcher Selbstverständlichkeit die Nazis ihren Antisemitismus, Rassismus und Sexismus propagieren und im Alltag gewalttätig ausleben.
Dass das Bundesprogramm „Toleranz fördern – Kompetenz stärken“ ein Projekt mit 300.000 Euro unterstützt deren Organisator_innen sogar fehlendes Fachwissen eingestehen ist untragbar, doch dass diese planen mit Faschist_innen auf Tuchfühlung zugehen ein Skandal.
Einmal mehr wird deutlich, dass im Kampf gegen Neonazis auf staatliche Behörden nicht nur kein Verlass ist, sondern diese sogar völlig inkompetent sind, die Situation einzuschätzen und ein geeignetes Konzept zu entwickeln.
Deshalb darf es keine Fairness mit Neonazis geben, sondern einen entschlossenen und radikalen Widerstand gegen ihr Treiben und Tun.
In Dortmund, und überall!