Archiv für Februar 2012

Der Fall Dominique Koumadiou

Am 14 April 2006 wurde Dominique Koumadiou im Alter von 23 Jahren von einem Dortmunder Polizisten erschossen.
Die Umstände seines Todes sind bis heute nicht gänzlich aufgeklärt.
Die Staatsanwaltschaft spricht von der Notwehr des 45-Jährigen Polizeibeamten.
Das Verfahren gegen ihn wurde eingestellt.
Doch es ist nicht auszuschließen, dass der aus der Demokratischen Republik Kongo stammende Dominique Opfer eines rassistisch-motivierten Fehlverhaltens der Polizei wurde.

Es war etwa 16 Uhr, als ein Kioskbesitzer an der Bayrischen Straße 101 im Dortmunder Stadtteil Eving, die Polizei alarmierte, da er von Dominique mit einem Messer bedroht wurde.
Er schloss das Verkaufsfenster, um sich in Sicherheit zu bringen und wartete auf die Polizei.
Als kurze Zeit später zwei Polizisten und eine Polizistin eintrafen, bestand nach Aussage eines beteiligten Beamten keine Bedrohungssituation.

Doch nun scheint etwas vorgefallen zu sein, dass sich aus der Ermittlungsakte nicht herleiten lässt.
Es ist unklar, was Dominique provozierte und ihn veranlasste das Polizeiauto zu attackieren und die Seitenscheibe des Beifahrersitzes mit dem Messer zu beschädigen.
In Folge seines Angriffes auf das Polizeiauto alarmierten die Polizisten weitere Streifenwagen über Funk und stiegen aus dem Fahrzeug.
Dominique bewegte sich auf die beiden Beamten zu.
Als etwa noch drei Meter Abstand zwischen ihm und den Polizisten war, eröffnete einer das Feuer und traf den 23-Jährigen mit einem Schuss ins Bein und mit einem weiteren in die Brust.
Der zweite Schuss war ein glatter Herzdurchschuss und tötete Dominique Koumadiou auf der Stelle. (mehr…)

Der rechten Gewalt entgegentreten!


Aufruf des Dortmunder Antifa-Bündnisses zur antifaschistischen Demonstration gegen rechte Gewalt anlässlich des siebten Todestages von Thomas Schulz.

Rechte Gewalt unmöglich machen
Am 31. März findet in Dortmund eine Demonstration gegen rechte Gewalt statt. Wir wollen in diesem Zusammenhang auf die Aktualität und die Dimensionen rechter Gewalt hinweisen und die tiefe Verankerung rechter Ideologien in der Gesellschaft thematisieren. Darüber hinaus wollen wir mit dieser Demonstration auch das Ignorieren und Verleugnen von Phänomenen und Ausprägungen (alltäglicher) rechter Gewalt in den Fokus rücken sowie an die Opfer dieser Gewalt erinnern. Die Demonstration wird im Stadtteil Dortmund-Dorstfeld stattfinden. Dort wohnen viele der Neonazis, die seit Jahren in Dortmund für eine Welle rechter Gewalttaten verantwortlich zeichnen. Anlass ist der siebte Todestag des Punks Thomas Schulz, der im Jahr 2005 von einem Neonazi erstochen wurde.

Rechte Gewalt? In Deutschland alltäglich!
Seit 1990 hat die Eskalation rechter Gewalt in Deutschland mindestens 182 Todesopfer gefordert. Sie wurden ermordet – teilweise von organisierten Neonazis, teilweise von Menschen mit einem diffusen rechten Weltbild. Die Zahl der Verletzten und Traumatisierten wird in keiner Statistik erfasst.

Im November 2011 wurde klar, dass neben den bereits bekannten Morden über ein Jahrzehnt lang eine neonazistische Gruppe namens „Nationalsozialistischer Untergrund” (NSU) – unterstützt und gedeckt vom Verfassungsschutz – mordend durch das Land gezogen ist. Dabei geht rechte Gewalt, sei sie physisch oder psychisch, nicht allein von Neonazis aus. Die Täter_innen sind nur allzu oft Menschen aus der Mitte der Gesellschaft: Polizist_innen, die die ihnen verliehene Macht für rassistische Übergriffe nutzen oder Familienväter, die am Wochenende vermeintliche oder tatsächliche Schwule anpöbeln – sie sind genauso Teil des Problems. (mehr…)

Diskussion in und um Dortmund – Ralf Jäger macht sich lächerlich

BildAm 1. Februar veranstalteten die Jusos Dortmund eine Diskussionsrunde mit Ralf Jäger zum Thema „Dortmund – Hochburg der Nazis oder Hochburg des Widerstandes?“ in der Dortmunder Nordstadt.
Zusammen mit zwei Moderatorinnen der Jungsozialisten referierte der Innenminister vor dem neuen Polizeipräsidenten, dessen persönlichem Bodyguard, mehreren Beamten des Verfassungsschutzes und etwa 120 SPD Mitglieder und Interessent_innen.
Anschließend stand er seinem Publikum Rede und Antwort.

Der Abend entwickelte sich als einmalige Blamage.

Bereits zu Beginn der Veranstaltung offenbarte Jäger seine Unkenntnis über die spezifischen Dortmunder Zustände, in dem er als Eröffnungsrede eine bereits gehaltene Landtagsrede über den NSU/ VS Skandal hielt, der er lediglich einen Witz über Gelsenkirchen voraussetzte, um Sympathiepunkte zu sammeln.

Dies sollte das letzte Mal gewesen sein, dass er für seine Aussagen starken Beifall erntete, denn darauf folgte ein Lob an die Polizei und deren deeskalierende Strategie am 3. September in Dortmund.
Gelächter und empörte Ausrufe waren die Folge. (mehr…)