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Demo: Warum starb Ousman Sey?

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Warum starb Ousman Sey? – Aufruf zur Demonstration am 20.07.2012, 18 Uhr Dortmund HBF-Nord

Am Morgen des 7. Juli 2012 starb der aus Gambia stammende Ousman Sey im Dortmunder Polizeigewahrsam. Zuvor hatte Sey zwei Mal vergebens einen Krankenwagen gerufen, weil er sich schlecht gefühlt hatte. Nach dem ersten Eintreffen diagnostizierten die Rettungskräfte ein Herzrasen und attestierten ihm, noch kein Fall für das Krankenhaus zu sein. Als Sey eine halbe Stunde später erneut einen Krankenwagen rief, litt er Angaben seines Bruders zufolge bereits unter Krampfanfällen. Außerdem begann er angeblich, in seiner Wohnung zu „randalieren“, weshalb Einsatzkräfte der Polizei gleichzeitig mit den Rettungskräften eintrafen. Diese attestierten Sey erneut, nicht ins Krankenhaus zu müssen – eine Untersuchung durch den Polizeiarzt im Gewahrsam reiche aus. Dies geschah, obwohl eine im selben Haus wohnende Krankenschwester den Einsatzkräften klarzumachen versuchte, dass Ousman Sey dringend ins Krankenhaus gebracht werden müsse. (mehr…)

Demo gegen Repression und Polizeigewalt

BildAm 17.3 demonstrierten wir zum dritten Jahr in Folge in Dortmund gegen Polizeigewalt, Repression und strukturelle Gewalt.
Anlass war wie jedes Jahr der internationale Tag gegen Polizeibrutalität.
Mit der Demo wollten wir auf die brutalen Übergriffe auf Antifaschist_innen wie am 3.9.2011 in Dortmund oder am 3.3.2012 in Münster aufmerksam machen, an die zwei Dortmnder Todesopfer durch Polizeigewalt in den Jahren 2006 und 2010 erinnern sowie die Existenzen struktureller Gewalt und alltäglicher Repression kritisieren.

Zwischen 17:30 Uhr und 18:00 Uhr versammelten sich knapp 250 Antifaschist_innen und Repressionsgegner_innen am Dortmunder HBF.
Zu Beginn der Veranstaltung wurde ein erster Redebeitrag gehalten, der die Aufgabe der Polizei in den Zusammenhang der Verwertungslogik des Kapitalismus stellte.
Da die Polizei die Demo provozieren wollte, indem sie einige Ordner_innen konsequent ablehnte, kam es zu einem Gerangel mit der Polizei und der Start verschob sich um etwa 30 Minuten.

Gegen 18:30 brach die Demonstration dann aber mit lauten Parolen, zahlreichen kreativen Transparenten und guter Musik auf und bewegte sich über die Kampstraße durch die Dortmunder Innenstadt.
Von der Kampstraße ging es nun zur Reinoldikirche, dann weiter über den Burgwall und den Ostwall zur Ruhrallee, wo vor einer Polizeiwache eine Zwischenkundgebung gehalten wurde.
Hier wurde der Polizeinsatz am 3.3.2012 in Münster thematisiert, bei dem ein Nazigegner bei seiner Festnahme von der Polizei beinahe zu Tode geprügelt wurde.
Ein zweiter Redebeitrag thematisierte die Allzweckwaffe “Pfefferspray” der Polizei und ihre schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen.

Danach ging die Demo weiter über die Landgrafenstraße weiter in Richtung Polizeipräsidium.
Beim Näherkommen an das Präsidium stockte die Polizei an Einsatzkräften auf.
Vor Ort wurde ein weiterer Redebeitrag gehalten, der die Todesumstände des Dominique Kouamadious behandelte, der am 14 April 2006 von der Polizei in Dortmund erschossen wurde.
Die Polizei gestattete der Demo nicht, nach der Kundgebung am Polizeipräsidium zum geplanten Abschlusskundgebungsort an der Märkischen Straße zulaufen, worauf die Demo bereits am Präsidium aufgelöst wurde.

Die gute und kämpferische Stimmung riss bis zum Schluss nicht ab.
Wir bedanken uns bei allen Teilnehmer_innen und hoffen, dass alle gut nach Hause gekommen sind!

Bilder: (mehr…)

Antirepressionsdemo – Erste Impressionen

Am 17.3 demonstrierten wir in Dortmund gegen Polizeigewalt, Repression und struckturelle Gewalt.
Auf der Demonstration nahmen teilweise etwa 250 Menschen teil und zogen lautstark durch die Innenstadt Dortmunds bis zum Polizeipräsidium.
Vielen Dank bei allen Teilnehmer_innen und Unterstützer_innen.
Hier nun ein paar erste Bildeindrücke, ein ausführlicher Bericht folgt in kürze:


(mehr…)

Der Fall Dominique Koumadiou

Am 14 April 2006 wurde Dominique Koumadiou im Alter von 23 Jahren von einem Dortmunder Polizisten erschossen.
Die Umstände seines Todes sind bis heute nicht gänzlich aufgeklärt.
Die Staatsanwaltschaft spricht von der Notwehr des 45-Jährigen Polizeibeamten.
Das Verfahren gegen ihn wurde eingestellt.
Doch es ist nicht auszuschließen, dass der aus der Demokratischen Republik Kongo stammende Dominique Opfer eines rassistisch-motivierten Fehlverhaltens der Polizei wurde.

Es war etwa 16 Uhr, als ein Kioskbesitzer an der Bayrischen Straße 101 im Dortmunder Stadtteil Eving, die Polizei alarmierte, da er von Dominique mit einem Messer bedroht wurde.
Er schloss das Verkaufsfenster, um sich in Sicherheit zu bringen und wartete auf die Polizei.
Als kurze Zeit später zwei Polizisten und eine Polizistin eintrafen, bestand nach Aussage eines beteiligten Beamten keine Bedrohungssituation.

Doch nun scheint etwas vorgefallen zu sein, dass sich aus der Ermittlungsakte nicht herleiten lässt.
Es ist unklar, was Dominique provozierte und ihn veranlasste das Polizeiauto zu attackieren und die Seitenscheibe des Beifahrersitzes mit dem Messer zu beschädigen.
In Folge seines Angriffes auf das Polizeiauto alarmierten die Polizisten weitere Streifenwagen über Funk und stiegen aus dem Fahrzeug.
Dominique bewegte sich auf die beiden Beamten zu.
Als etwa noch drei Meter Abstand zwischen ihm und den Polizisten war, eröffnete einer das Feuer und traf den 23-Jährigen mit einem Schuss ins Bein und mit einem weiteren in die Brust.
Der zweite Schuss war ein glatter Herzdurchschuss und tötete Dominique Koumadiou auf der Stelle. (mehr…)

Demonstration – Wir können auch anders!

Wir können auch anders – Widerstand gegen Cops, Staat und Repression

Immer da wo Menschen sich den Verhältnissen von Herrschaft und Ausbeutung widersetzen, steht ihnen ein riesiges Aufgebot der Polizei gegenüber, das mit Schlagstöcken, Reizgasen, Hundestaffeln und auch Schusswaffen auftritt.
Am internationalen Tag gegen Polizeibrutalität werden aus diesem Grund tausende Menschen auf die Straßen gehen.

Auch in Dortmund besteht Anlass dazu.
Der Polizeieinsatz am 3. September 2011 zeigte einmal mehr mit welcher Brutalität Nazigegner_innen attackiert werden.
Der flächendeckende Einsatz von chemischen Kampfstoffen, die gegen alle Menschen eingesetzt wurden, die die Nazidemo behindern wollten, verletzte hunderte Menschen und kontaminierte ganze Straßenzüge.

Wie gefährlich Pfefferspray ist, zeigt der Tod eines 32-Jährigen Dortmunders, der am 23. Juni 2010 nach dem Einsatz des Reizgases durch die Polizei getötet wurde.

Ein weiteres Todesopfer aus Dortmund ist der 23-Jährige Dominique Kouamadio, der am 14. April 2006 im Stadtteil Eving von der Polizei erschossen wurde. Auf der ganzen Welt gehen staatliche Organe brutal gegen fortschrittliche und emanzipatorische Kräfte vor.

Doch Repression tritt nicht nur in Form von körperlicher Gewalt auf.
Neben dieser ausführenden Gewalt gibt es auch eine gesetzgebende und eine richtende Gewalt, die ebenfalls dazu dienen die staatliche Macht aufrecht zu halten.
Wir müssen leider feststellen, dass unser gesamtes Leben durch Gewalt bestimmt wird.
In jeder Phase unseres Lebens gibt es Menschen die die Macht dazu haben ihren Willen gegen unseren per Gewalt durchzusetzen.
Aus Angst vor Bestrafung und weiteren Folgen akzeptieren wir diese Autoritäten.

Erst durch die Akzeptanz der staatlichen Gewalt wird dieser ihre Legitimität verliehen.
Deshalb sehen wir in der Ablehnung der staatlichen Gewalt einen ersten Schritt hin zu einer befreiten Gesellschaft.
Gewalt und Unterdrückung dürfen nicht akzeptiert werden.
Wir fordern ein schönes Leben für alle Menschen.
Für ein solches Leben in Abwesenheit von Herrschaft und struktureller Gewalt brauchen wir keine Regierungen, keine Monarchen und keine Religionen.
Wir brauchen lediglich unsere Mitmenschen.
Wir wollen daran arbeiten die Ablehnung von Herrschaft und Repression zu verstärken, die Diskussion in die Gesellschaft und den Protest auf die Straßen zu tragen.

Auf die Straße? Na, aber sicher!
Es ist an uns der Welt zu zeigen, dass es auch anders geht!

| 17.03.2012 | 17:30 Uhr | Dortmund HBF |

Den gesamten Aufruf zur Demo findet ihr hier.

Always remember – the 6th. of december!

BildAuf der ganzen Welt sterben jedes Jahr hunderte Menschen durch massive Polizeigewalt.
Vom Erschießen in angeblicher Notwehr, dem Suizid in Polizeigewahrsam, dem Ersticken durch Pfefferspay oder so genannten unbekannten oder natürlichen Todesursachen, welche oft Erwürgen oder Totschlagen umschreiben, sind die Todesursachen sehr verschieden.
Am 6. Dezember 2008 war es ein junger Anarchist, der in Griechenland von einem Polizisten erschossen wurde.
Alexandros Grigoropoulos wurde nur 15 Jahre alt.

Nach dem Bericht von Augenzeug_innen befanden sich Alexandros und ein paar Freunde auf dem Weg zu einer Feier in dem eher alternativen Athener Stadtteil Exarchia.

Drei Augenzeug_innen sprechen von mehreren Schüssen, die der Polizist ohne Vorwarnung auf Alexandros abfeuerte.
Andere berichten von einer vorherigen verbalen Auseinandersetzung zwischen den Jugendlichen und den Polizisten, aufgrund der ein Polizist seine Waffe zog und Alexandros erschoss. (mehr…)

Pssssst!!!

BildPolizei ermittelt gegen Nazigegner_innen!

Die Recherchearbeit der Dortmunder Polizei bezüglich der Ermittlungen um die Proteste gegen den „nationalen Antikriegstag“ verbuchen dem Anschein nach keine großen Erfolge.
Bei vielen Personen, die am 2. oder 3. September festgenommen wurden, hat die zuständige Beamtin Nicole S. Hausbesuche gemacht bzw. versucht, telefonischen Kontakt aufzunehmen.
Die betroffenen wurden dazu aufgefordert, in einem persönlichen Rahmen Stellung zu den Gegebenheiten zu beziehen.
Denkt daran, auch ein netter Polizist ist ein Polizist!
Macht keine Aussage bei Polizei und/ oder Staatsanwalt.
Schließt vor den Beamt_innen die Tür oder legt das Telefon direkt zum Vorteil aller Betroffenen auf!

Wenn ihr Rechtsbeistand oder Tipps braucht, meldet euch bei eurer Ortsgruppe der Roten Hilfe.

Solidarität ist eine Waffe!

Für Carlo: Fight the Police!

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Am 20. Juli 2001 starb Carlo Guiliani durch die Schüsse eines Polizisten. Carlo war an diesem Tag einer von Hunderttausenden Menschen, die die aktuelle Entwicklung der Gesellschaft kritisierten und sich den Beziehungen von Macht, Ausbeutung und Repression widersetzten.

Der G8-Gipfel in Genua ist besonders in Erinnerung geblieben, da hunderte Menschen brutal verprügelt worden sind und dies durch die Berlusconi-Regierung legitimiert und gutgeheißen wurde.
Auf die Ermordung unseres Genossen Carlo stoßen Politiker_Innen und Einsatzkräfte mit Sekt an und sangen faschistische Lieder.
Ein blutiges Massaker an schlafenden Protestlern in einer Schule und die stundenlange Folter von dutzenden abtransportierten Verletzten in einer Kaserne werden immer unvergessen sein.

Zehn Jahre ist es nun her und auch Carlo wurde nicht vergessen.
Zahlreiche dezentrale Aktionen in ganz Europa, sollen sein Andenken hochhalten.

Auch in Dortmund wurde gestern zu seinem Gedenken unangekündigt demonstriert.
Um kurz nach 19 Uhr versammelten sich knapp 100 Menschen am Westpark um an Carlo zu Erinnern und Polizeigewalt zu bekämpfen. (mehr…)