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Antifademo durch Dorstfeld

BildDas Dortmunder Antifa-Bündnis zieht eine positive Bilanz der antifaschistischen Demonstration “Rechte Gewalt unmöglich machen!” durch Dorstfeld. Die kraftvolle und lautstarke Demonstration setzte ein deutliches Zeichen gegen Nazis in Dorstfeld und rechte Alltagskultur. Störungen durch Angehörige der rechten Szene blieben aus, obwohl die Nazis Dorstfeld gerne als “ihren” Stadtteil betrachten.

Weniger zufrieden zeigt das Dortmunder Antifa-Bündnis sich jedoch mit dem Verlauf der Proteste gegen den Naziaufmarsch am Nachmittag. Trotz des neuen Polizeipräsidenten hat sich an der Bereitschaft der Polizei, Neonazis die Straße freizuräumen, nichts geändert. Effektiver Protest, der über das Herumstehen an Polizeisperren hinausgeht, wird auch unter Norbert Wesseler verhindert.

Enttäuschend ist weiterhin, dass die Polizei nicht gegen fotografierende Neonazis vorgeht. Immer wieder hat sich in den letzten Jahren gezeigt, dass die Neonazis Bilder von antifaschistischen Demonstrationen zur Vorbereitung ihrer Überfälle benutzen. Antifaschist_innen, die sich dagegen mit Tüchern und Sonnenbrillen schützen wollen, werden von der Polizei mit Strafanzeigen bedroht. Darüber hinaus versuchte die Polizei rechtswidrigerweise, Zivilpolizisten innerhalb der antifaschistischen Demonstration einzusetzen. Der Versuch misslang, da Demonstrationsteilnehmer_Innen auf die Zivilpolizisten aufmerksam wurden und diese enttarnen konnten.

Insgesamt gingen am heutigen Samstag über 1.000 Menschen gegen den Naziaufmarsch auf die Straße. Angesichts der Polizeistrategie, lediglich symbolische Störaktionen zuzulassen, konnte der Naziaufmarsch nicht verhindert werden. Als Fazit des Tages kann festgehalten werden, dass auch der neue Polizeipräsident nicht bereit ist, wirkungsvoll gegen Nazistrukturen und Naziaufmärsche in Dortmund vorzugehen.

Demo gegen Repression und Polizeigewalt

BildAm 17.3 demonstrierten wir zum dritten Jahr in Folge in Dortmund gegen Polizeigewalt, Repression und strukturelle Gewalt.
Anlass war wie jedes Jahr der internationale Tag gegen Polizeibrutalität.
Mit der Demo wollten wir auf die brutalen Übergriffe auf Antifaschist_innen wie am 3.9.2011 in Dortmund oder am 3.3.2012 in Münster aufmerksam machen, an die zwei Dortmnder Todesopfer durch Polizeigewalt in den Jahren 2006 und 2010 erinnern sowie die Existenzen struktureller Gewalt und alltäglicher Repression kritisieren.

Zwischen 17:30 Uhr und 18:00 Uhr versammelten sich knapp 250 Antifaschist_innen und Repressionsgegner_innen am Dortmunder HBF.
Zu Beginn der Veranstaltung wurde ein erster Redebeitrag gehalten, der die Aufgabe der Polizei in den Zusammenhang der Verwertungslogik des Kapitalismus stellte.
Da die Polizei die Demo provozieren wollte, indem sie einige Ordner_innen konsequent ablehnte, kam es zu einem Gerangel mit der Polizei und der Start verschob sich um etwa 30 Minuten.

Gegen 18:30 brach die Demonstration dann aber mit lauten Parolen, zahlreichen kreativen Transparenten und guter Musik auf und bewegte sich über die Kampstraße durch die Dortmunder Innenstadt.
Von der Kampstraße ging es nun zur Reinoldikirche, dann weiter über den Burgwall und den Ostwall zur Ruhrallee, wo vor einer Polizeiwache eine Zwischenkundgebung gehalten wurde.
Hier wurde der Polizeinsatz am 3.3.2012 in Münster thematisiert, bei dem ein Nazigegner bei seiner Festnahme von der Polizei beinahe zu Tode geprügelt wurde.
Ein zweiter Redebeitrag thematisierte die Allzweckwaffe “Pfefferspray” der Polizei und ihre schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen.

Danach ging die Demo weiter über die Landgrafenstraße weiter in Richtung Polizeipräsidium.
Beim Näherkommen an das Präsidium stockte die Polizei an Einsatzkräften auf.
Vor Ort wurde ein weiterer Redebeitrag gehalten, der die Todesumstände des Dominique Kouamadious behandelte, der am 14 April 2006 von der Polizei in Dortmund erschossen wurde.
Die Polizei gestattete der Demo nicht, nach der Kundgebung am Polizeipräsidium zum geplanten Abschlusskundgebungsort an der Märkischen Straße zulaufen, worauf die Demo bereits am Präsidium aufgelöst wurde.

Die gute und kämpferische Stimmung riss bis zum Schluss nicht ab.
Wir bedanken uns bei allen Teilnehmer_innen und hoffen, dass alle gut nach Hause gekommen sind!

Bilder: (mehr…)

Antirepressionsdemo – Erste Impressionen

Am 17.3 demonstrierten wir in Dortmund gegen Polizeigewalt, Repression und struckturelle Gewalt.
Auf der Demonstration nahmen teilweise etwa 250 Menschen teil und zogen lautstark durch die Innenstadt Dortmunds bis zum Polizeipräsidium.
Vielen Dank bei allen Teilnehmer_innen und Unterstützer_innen.
Hier nun ein paar erste Bildeindrücke, ein ausführlicher Bericht folgt in kürze:


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Don`t forget!

Nicht vergessen! Morgen geht es auf die Straße – gegen Cops, Staat und Repression!

Pünktlich zum Frühlingsbeginn und bei warmen Temperaturen demonstrieren wir morgen gemeinsam in Dortmund.
Wir wollen:
- Die brutalen Übergriffe auf Antifaschist_innen wie am 3.9.2011 oder am 3.3.2012 skandalisieren!
- An die zwei Dortmnder Todesopfer durch Polizeigewalt in den Jahren 2006 und 2010 erinnern!
- Der strukturellen Gewalt seitens des Staates entgegentreten.

Treffpunkt ist um 17:30h am Dortmunder HBF!
Reist gemeinsam an und lasst euch auf dem Hinweg nicht von den Cops provozieren!
Wir lassen uns nicht unterkriegen – gemeinsam gegen Polizeigewalt!

Der Fall Dominique Koumadiou

Am 14 April 2006 wurde Dominique Koumadiou im Alter von 23 Jahren von einem Dortmunder Polizisten erschossen.
Die Umstände seines Todes sind bis heute nicht gänzlich aufgeklärt.
Die Staatsanwaltschaft spricht von der Notwehr des 45-Jährigen Polizeibeamten.
Das Verfahren gegen ihn wurde eingestellt.
Doch es ist nicht auszuschließen, dass der aus der Demokratischen Republik Kongo stammende Dominique Opfer eines rassistisch-motivierten Fehlverhaltens der Polizei wurde.

Es war etwa 16 Uhr, als ein Kioskbesitzer an der Bayrischen Straße 101 im Dortmunder Stadtteil Eving, die Polizei alarmierte, da er von Dominique mit einem Messer bedroht wurde.
Er schloss das Verkaufsfenster, um sich in Sicherheit zu bringen und wartete auf die Polizei.
Als kurze Zeit später zwei Polizisten und eine Polizistin eintrafen, bestand nach Aussage eines beteiligten Beamten keine Bedrohungssituation.

Doch nun scheint etwas vorgefallen zu sein, dass sich aus der Ermittlungsakte nicht herleiten lässt.
Es ist unklar, was Dominique provozierte und ihn veranlasste das Polizeiauto zu attackieren und die Seitenscheibe des Beifahrersitzes mit dem Messer zu beschädigen.
In Folge seines Angriffes auf das Polizeiauto alarmierten die Polizisten weitere Streifenwagen über Funk und stiegen aus dem Fahrzeug.
Dominique bewegte sich auf die beiden Beamten zu.
Als etwa noch drei Meter Abstand zwischen ihm und den Polizisten war, eröffnete einer das Feuer und traf den 23-Jährigen mit einem Schuss ins Bein und mit einem weiteren in die Brust.
Der zweite Schuss war ein glatter Herzdurchschuss und tötete Dominique Koumadiou auf der Stelle. (mehr…)

Der rechten Gewalt entgegentreten!


Aufruf des Dortmunder Antifa-Bündnisses zur antifaschistischen Demonstration gegen rechte Gewalt anlässlich des siebten Todestages von Thomas Schulz.

Rechte Gewalt unmöglich machen
Am 31. März findet in Dortmund eine Demonstration gegen rechte Gewalt statt. Wir wollen in diesem Zusammenhang auf die Aktualität und die Dimensionen rechter Gewalt hinweisen und die tiefe Verankerung rechter Ideologien in der Gesellschaft thematisieren. Darüber hinaus wollen wir mit dieser Demonstration auch das Ignorieren und Verleugnen von Phänomenen und Ausprägungen (alltäglicher) rechter Gewalt in den Fokus rücken sowie an die Opfer dieser Gewalt erinnern. Die Demonstration wird im Stadtteil Dortmund-Dorstfeld stattfinden. Dort wohnen viele der Neonazis, die seit Jahren in Dortmund für eine Welle rechter Gewalttaten verantwortlich zeichnen. Anlass ist der siebte Todestag des Punks Thomas Schulz, der im Jahr 2005 von einem Neonazi erstochen wurde.

Rechte Gewalt? In Deutschland alltäglich!
Seit 1990 hat die Eskalation rechter Gewalt in Deutschland mindestens 182 Todesopfer gefordert. Sie wurden ermordet – teilweise von organisierten Neonazis, teilweise von Menschen mit einem diffusen rechten Weltbild. Die Zahl der Verletzten und Traumatisierten wird in keiner Statistik erfasst.

Im November 2011 wurde klar, dass neben den bereits bekannten Morden über ein Jahrzehnt lang eine neonazistische Gruppe namens „Nationalsozialistischer Untergrund” (NSU) – unterstützt und gedeckt vom Verfassungsschutz – mordend durch das Land gezogen ist. Dabei geht rechte Gewalt, sei sie physisch oder psychisch, nicht allein von Neonazis aus. Die Täter_innen sind nur allzu oft Menschen aus der Mitte der Gesellschaft: Polizist_innen, die die ihnen verliehene Macht für rassistische Übergriffe nutzen oder Familienväter, die am Wochenende vermeintliche oder tatsächliche Schwule anpöbeln – sie sind genauso Teil des Problems. (mehr…)

Diskussion in und um Dortmund – Ralf Jäger macht sich lächerlich

BildAm 1. Februar veranstalteten die Jusos Dortmund eine Diskussionsrunde mit Ralf Jäger zum Thema „Dortmund – Hochburg der Nazis oder Hochburg des Widerstandes?“ in der Dortmunder Nordstadt.
Zusammen mit zwei Moderatorinnen der Jungsozialisten referierte der Innenminister vor dem neuen Polizeipräsidenten, dessen persönlichem Bodyguard, mehreren Beamten des Verfassungsschutzes und etwa 120 SPD Mitglieder und Interessent_innen.
Anschließend stand er seinem Publikum Rede und Antwort.

Der Abend entwickelte sich als einmalige Blamage.

Bereits zu Beginn der Veranstaltung offenbarte Jäger seine Unkenntnis über die spezifischen Dortmunder Zustände, in dem er als Eröffnungsrede eine bereits gehaltene Landtagsrede über den NSU/ VS Skandal hielt, der er lediglich einen Witz über Gelsenkirchen voraussetzte, um Sympathiepunkte zu sammeln.

Dies sollte das letzte Mal gewesen sein, dass er für seine Aussagen starken Beifall erntete, denn darauf folgte ein Lob an die Polizei und deren deeskalierende Strategie am 3. September in Dortmund.
Gelächter und empörte Ausrufe waren die Folge. (mehr…)

Paradigmenwechsel bei „Schmuddel“-Demo am 31.03. in Dortmund

Am 28. März 2005 wurde der Punk Thomas „Schmuddel“ Schulz von dem damals 17-jährigen Neonazi Sven Kahlin ermordet, weil Thomas die rechten Sprüche des Naziskins nicht unkommentiert stehen lassen wollte. Kurz darauf demonstrierten mehr als 4.000 Antifaschist_innen in Dortmund gegen Neonazis. Dazu hatte ein breites Bündnis antifaschistischer Gruppen aufgerufen. Seither organisieren Dortmunder Antifaschist_innen jedes Jahr eine Demonstration in Gedenken an Thomas Schulz, an der regelmäßig mehrere Hundert Personen teilnehmen. Der alljährliche Aufzug zum Monatswechsel vom März zum April ist weitläufig auch als „Thomas-Schulz-Gedenkdemo“ oder kurz „Schmuddel“-Demo bekannt.

Im Zuge der Nachbereitung der jährlichen Demonstrationen und der Reflexion unserer Erinnerungspolitik, wurde zunehmend eine Diskrepanz zwischen unseren Ansprüchen und Zielvorstellungen auf der einen Seite und der praktischen Entwicklung und öffentlichen Wahrnehmung der Demo, auf der anderen Seite wahrnehmbar. Wir wollen deshalb im Folgenden begründen, weshalb wir die kommende Demo im März 2012 nicht mehr als „Thomas-Schulz-Gedenkdemo“ verstanden wissen wollen.

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